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E-Government-Services in Europa verbessert

08.03.2011 - Deutschland hat beim E-Government im europäischen Vergleich einen großen Sprung nach vorne gemacht. Das zeigt die neunte Benchmark-Studie der EU-Kommission zum E-Government in Europa. Die Studie dokumentiert seit 2001 jährlich den Fortschritt von E-Government in Europa und ist in der diesjährigen Ausgabe inhaltlich deutlich breiter angelegt als bisher.

Basis der Studie bildet die Untersuchung von mehr als 10.000 Behördenwebseiten in allen 32 Teilnehmerländern. Im Ergebnis der diesjährigen Studie sind in Deutschland 95 % der 20 untersuchten Dienstleistungen vollständig online verfügbar, was gegenüber 2009 einer Verbesserung von 21 Prozentpunkten entspricht. Damit hat sich Deutschland im Gesamtranking auf den zwölften Platz verbessert, liegt aber damit immer noch hinter der Platzierung aus der Untersuchung von 2007 (Platz 8). Beim Grad der Online-Verfügbarkeit, die anhand einer fünfstufigen Skala gemessen wird, erreicht Deutschland 99 % und verbessert sich vom zwölften auf den sechsten Rang. Gleichauf liegen Italien und Schweden. Hier zeigt sich der Aufwärtstrend deutlich: 2009 erreichte Deutschland 10 Prozentpunkte weniger und rangierte im Mittelfeld. Die deutschen Webportale werden hinsichtlich ihrer Gestaltung als bürgerorientiert erlebt, haben zufriedenstellende Werte im Bereich Benutzerfreundlichkeit, weisen jedoch noch großen Nachholbedarf bei der Vernetzung der einzelnen Angebote auf. Mit nur 13 erreichten Prozentpunkten ist der Abstand zum EU-Durchschnitt von 77 Prozentpunkten sehr groß.

Im Durchschnitt sind 82 % der 20 wichtigsten Behördendienstleistungen in den Staaten der Europäischen Union sowie Kroatien, Island, Norwegen, der Schweiz und der Türkei vollständig online umgesetzt. Mit einem Zuwachs von 13 Prozentpunkten im Vergleich zu 2009 hat sich damit die Situation deutlich verbessert. Am besten schneiden Österreich, Italien, Malta, Portugal und Schweden ab. Der durchschnittliche Grad der Online-Verfügbarkeit von Dienstleistungsangeboten ist ebenfalls gestiegen - auf 90 %. Österreich, Irland, Malta und Portugal liegen bei diesem Aspekt ganz vorne, dicht gefolgt von Deutschland und Schweden. Schlusslichter sind Zypern und Griechenland.

Obwohl die Ergebnisse der diesjährigen Studie vielversprechend sind, wird es in den kommenden Jahren darauf ankommen, die Onlineangebote der Behörden weiter zu entwickeln. In dieser Hinsicht bewertet die Studie den in Deutschland neu geschaffenen IT-Planungsrat als übergreifende Koordinierungsstelle positiv. "Die Wirtschaftskrise und der demographische Wandel zwingen die Regierungen ihr Handeln zu überdenken. Mehrere hundert Millionen Bürger sind nicht nur auf die öffentliche Verwaltung angewiesen, sie wollen vielmehr eine neue, interaktive Beziehung zu ihren Regierungen aufbauen", sagte Neelie Kroes, EU-Kommissarin für die Digitale Agenda, bei der Vorstellung des neuen E-Government Action Plan 2011-2015.

Autor(en): iV-Redaktion
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