Energiemarkt: Schlüsselrolle für Stadtwerke
31.05.2011 -
Laut einer Untersuchung der ICT-Managementberatung Detecon kommt den Stadtwerken bei der Energiewende in Deutschland eine Schlüsselrolle zu. Die kommunalen Energieunternehmen könnten die überwiegend dezentral geprägte regenerative Energie effizient einspeisen und verteilen. Ein weiterer Vorteil: Stadtwerke könnten sich mit innovativen Bürgerservices profilieren und damit die Lebensqualität und Attraktivität ihrer Region erhöhen. Die Katastrophe im japanischen Kernkraftwerk Fukushima und die dadurch ausgelösten politischen Veränderungen in Deutschland beflügeln die Diskussion um erneuerbare Energien, Elektromobilität und den Ausbau von Stromtrassen. Detecon sieht dadurch vor allem die Position der Stadtwerke in Deutschland gestärkt. Diese seien am ehesten in der Lage, unterschiedliche Energieträger zu verzahnen und Synergien etwa zwischen Energieversorgung und E-Mobilität zu nutzen. Dadurch könnten die kommunalen Energieversorger eine Führungsrolle bei der Energiewende einnehmen.
Außerdem bietet die Energiewende den Kommunen Gelegenheit, ihre Infrastruktur wieder stärker in die eigenen Hände zu nehmen. Stadtwerke könnten Informationstechnologie-basierte Infrastrukturen nutzen, um Mehrwertdienste im Bereich intelligenter Energieanwendungen zu generieren. Sie könnten die Rolle übernehmen, entsprechende Infrastrukturen selbst oder mit Partnern zu betreiben, und das Strommanagement von dezentralen Energiequellen wie Solaranlagen und Blockheizkraftwerken übernehmen. Mit solchen Services würden die politischen und wirtschaftlichen Entscheider der Kommunen ihre Bürgernähe deutlich erhöhen. „Hinzu kommt, dass sich Regionen und Städte untereinander in einem Innovationswettbewerb befinden“, so Falk Wöhler-Moorhoff, Managing Consultant bei Detecon. „Wenn sich eine Kommune oder ein Verbund von Landkreisen als ideenreicher Smart-City-Manager profiliert, erhöht das natürlich auch die Attraktivität als Hightech-Standort.“
Detecon geht davon aus, dass die bisher eher zurückhaltenden gesetzlichen Vorgaben zur Energieeffizienz in nächster Zeit auch auf Bundesebene deutlicher ausfallen. Dies werde zum Beispiel den Einbau intelligenter Energiemessgeräte - Smart Meter - vorantreiben. In Spanien und Portugal werden allein in diesem Jahr bereits ca. zwei Mio. Smart Meter installiert, in Frankreich im nächsten Jahr voraussichtlich drei Mio. Detecon schätzt, dass die deutschen Haushalte im Jahr 2015 mit rund sechs Mio. der digitalen Zähler ausgerüstet sein werden.
Autor(en): iV-Redaktion