Studie: Wenig Vertrauen in Politik und Wirtschaft
02.08.2011 -
In den vergangenen zwei Jahren ist das Vertrauen in Führungskräfte und Unternehmen europaweit gesunken. Aber auch Staat und Politiker sehen sich gegenwärtig mit deutlich mehr Misstrauen von Seiten der Bürger konfrontiert. Grund sind vor allem die jüngste Finanzkrise und öffentlich diskutiertes Fehlverhalten in den Reihen der Manager. Integrität und Vertrauenswürdigkeit, gelebte Werte und verantwortungsvolles Handeln sind Schlüsselfaktoren, um die Reputation wieder zu verbessern. Das sind zentrale Ergebnisse einer aktuellen Studie, für die die Kommunikationsagentur Burson-Marsteller mehr als 3.100 Personen in 14 europäischen Ländern befragt hat. Laut Studie haben Regierungen und Staat innerhalb der vergangenen zwei Jahre besonders stark an Vertrauen verloren, vornehmlich in Portugal (minus 84 %), Griechenland (minus 78 %) und Spanien (minus 77 %). Multinational tätigen Unternehmen und Managern ergeht es kaum besser als der Politik. Während Konzerne 36 % verlieren, haben Manager europaweit sogar fast 50 % an Vertrauen eingebüßt.
Mehr als zwei Drittel der Befragten meinen, dass Unternehmen immer seltener die Wahrheit sagen (72 %). 60 % gaben an, Vorständen sei grundsätzlich weniger zu trauen als Angestellten, die nicht in Führungspositionen sind. Fast die Hälfte vermutet persönliche Bereicherung als Motiv hinter dem Handeln der Chefs (49 %).
Damit ist das Vertrauen in Führungspersonen und wichtige Institutionen deutlich gesunken. Aus Sicht der Bürger sind insbesondere für große Unternehmen Integrität und Vertrauenswürdigkeit (40 %), Unternehmenswerte (39 %) sowie das Verhalten gegenüber den Mitarbeitern (28 %) zentral für einen guten Ruf. Im europäischen Vergleich spielen soziales Engagement (26 %) und ökologische Verantwortung der Unternehmen (27 %) in Deutschland eine wichtigere Rolle. Auch in anderer Hinsicht unterscheidet sich Deutschland von seinen Nachbarländern: Das Vertrauen in den Staat hat hierzulande weniger stark gelitten als in den anderen europäischen Nationen. Auch lokalen und nationalen Firmen wird zumindest etwas Vertrauen entgegengebracht (38 % bzw. 13 %). Für die Studie „Trust & Purpose“ befragte das Marktforschungsinstitut Penn Schoen & Berland (PSB) im Auftrag von Burson-Marsteller 3.161 Personen in 14 Ländern Europas (Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Holland, Italien, Norwegen, Portugal, Spanien, Schweden, Schweiz). In Deutschland wurden 301 Menschen befragt
Autor(en): iV-Redaktion