PTC12-Konferenz: Cloud Computing ist Turbo fürs E-Government
01.02.2012 -
Australien, Singapur, Neuseeland, England und die USA sind Schrittmacher des Cloud Computings im E-Government. Hingegen verweilt Europa - und insbesondere Deutschland - abgeschlagen auf den hinteren Rängen. Dies ist das Ergebnis des Experten-Workshops der 34. Pacific Telecommunication Conference (), die im Januar in Honolulu auf Hawaii stattfand.
Dr. Martin Fornefeld, Geschäftsführer der Unternehmensberatung MICUS Management Consulting aus Düsseldorf diskutierte zusammen mit Joe Weinmann, bei HP Leiter der Sparte für Kommunikations- und Unterhaltungsindustrielösungen, mit Prof. Dr. Nico Grove vom Lehrstuhl für Infrastrukturökonomie an der Bauhausuniversität Weimar und Prof. Thomas Cooper vom Emerson College aus den USA in einer Diskussionsveranstaltung die aktuellen Herausforderungen.
"Die Cloud wird uns künftig als globale IT-Infrastruktur mit allen Dienstleistungen versorgen, wie wir es von anderen Infrastrukturen - z. B. Gas und Wasser - kennen. Der Markt dafür wächst fünfmal so schnell, wie der klassische IT-Markt. Wenn Europa und Deutschland jetzt nicht den Ball aufnehmen, hängen wir meilenweit hinterher, technisch und wirtschaftlich können wir uns das nicht erlauben", so Fornefeld. "Ohne eine leistungsfähige Breitband-Versorgung ist Cloud-Computing - auch für das E-Government - zudem sinnlos."
Hauptgrund des Erfolgs von Cloud-Computing sei die extreme Vereinfachung der Vernetzung von Bürgern, Unternehmen und Verwaltung, da alle Zugangstechnologien (PC, Laptop, Tablet und Smartphone) gleichermaßen unterstützt werden. Die Möglichkeit, durch verbesserte Auslastung der IT in der Cloud sowie durch höhere Akzeptanz der E-Government-Anwendungen Kosten zu sparen, kommt erst an 2. Stelle. Außerdem ist klar: Die Sicherheit in der Cloud ist erheblich höher als in heutigen Rechenzentren der öffentlichen Verwaltung.
Neuseeland hat bereits "Infrastructure as a Service" (IaaS) eingeführt und untersucht derzeit Geschäftsmodelle für den weiteren Ausbau. England hat seine "G-Cloud"-Strategie veröffentlicht, verbunden mit dem Ziel, durch die Cloud 140 Mio. Euro bis 2015 im IT-Budget zu sparen. Die USA haben eine besonders agressive Cloud-Strategie: "Cloud First". Jede neue E-Government-Anwendung muss in der Cloud angeboten werden. Ziel ist es dabei, alle Altverfahren in die Cloud zu überführen, IaaS ist dabei der Standard. Schließlich hat Australien soeben einen Cloud Computing Report veröffentlicht: Ziel ist es, die Ausgaben für das Cloud Computing im IT-Budget zu verdreifachen.
Autor(en): iV-Redaktion