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THEMA - Nachgefragt

Wie kann der "Ernstfall zur Probe" die Krise entschärfen?

Krisensituationen stellen öffentliche Einrichtungen immer wieder vor große Herausforderungen. Beispiele der jüngsten Vergangenheit zeigen, dass sich Bund, Länder und Kommunen auf unterschiedliche Krisensituationen (z. B. Hochwasser, Katastrophen, Großfeuer) vorbereiten müssen. Die erfolgreiche Meisterung einer Krisensituation erfolgt in den seltens­ten Fällen unvorbereitet und rein intuitiv. Das Vorgehen bei der Bewältigung eines Krisenfalls im Rahmen einer gut vorbereiteten und von externen Moderatoren begleiteten Übung ist für den möglichen Ernstfall erfolgskritisch.

Krisenübungen dienen der sicheren Feststellung, dass die eigene Mannschaft diesen besonderen Anforderungen gewachsen ist. Bereits im Rahmen der gemeinsamen Vorbereitung eines Übungsszenarios mit einem externen Berater werden häufig unmittelbar Ansätze zur weiteren Entwicklung des Krisenmanagements erkannt. Der Übungstag selbst dient der zuverlässigen Validierung, dass alles, was man zuvor theoretisch vorbereitet hat, in der Praxis funktioniert. Im Falle der Teilnahme externer Partner lernen sich bei dieser Gelegenheit auch die Personen kennen, die unter dem Stress einer echten Krise tatsächlich gemeinsam um die beste Methode zur Bewältigung ringen müssen.

Bei einer echten Krise geht mit der Einberufung des Krisenstabs die Verantwortung für eine Vielzahl von Abläufen von den unter normalen operativen Bedingungen selbständig entscheidenden Bereichen auf den Krisenstab über. Dieser muss unter großem Zeitdruck Maßnahmen erkennen und initiieren, mit denen die Krise behoben werden soll. Die Übung macht erkennbar, ob der Übergang der Verantwortung auf den Krisenstab genau beschrieben ist und ob der Krisenstab so ausgerüstet ist (personelle Ressourcen, Infrastruktur, Prozesse, Organisation, Systeme), dass er das Krisenmanagement professionell wahrnehmen kann. Es wird sichtbar, ob die Bestellung der "besten Fachkraft" zum Krisenmanager oder die Benennung einer Führungskraft eine strategisch zweckmäßige Lösung darstellt.

Da Krisen nur selten eintreten, bleibt der entsprechende Handlungsbedarf oft über lange Zeit unentdeckt. Regelmäßige Krisenübungen bieten die Chance, das Krisenmanagement vor dem Ernstfall zu optimieren. Der Verantwortungsübergang bzw. das Zusammenspiel des Krisenstabs mit den Notfallmanagern der Geschäftsbereiche ist bereits im Rahmen von kurzen Übungen gut darstellbar, ohne dass dabei das operative Geschäft tangiert wird.

Autor(en): Dr. Bernhard Leidinger/Dr. Georg Wolters, Partner Droege & Comp. GmbH, Düsseldorf, Mitglied im Fachverband Öffentlicher Sektor im Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e. V.
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